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Max interviewt Arno zu Innovationsthemen und der Entwicklung
22.02.2026 62 min
Zusammenfassung & Show Notes
Maximilian Göß und Arno Selhorst diskutieren ihre Karriere im Bereich Innovation und künstliche Intelligenz (KI). Selhorst berichtet von seiner Arbeit im Innovationsmanagement bei der Telekom, während Göß seine Erfahrungen aus der Film- und Medienproduktion teilt. Beide erkennen das transformative Potenzial von KI, thematisieren jedoch auch die Herausforderungen ihrer Akzeptanz. Das Gespräch beleuchtet das gesellschaftliche Verhältnis zu neuen Technologien sowie die Notwendigkeit, eine Kultur der Kreativität und Innovation im Unternehmenskontext zu fördern. Sie zeigen sich entschlossen, zukünftige Diskussionen über diese Themen fortzuführen.
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Transkript
Herzlich willkommen zu unserem Podcast 404.
Und ja, Arno, wir hatten es ja über das Thema Innovation. Und gerade auf A folgt
B und dann geht die Reaktion nicht immer so fort.
Und wir Menschen in dieser schnelllebigen Welt, wir sind immer so ungeduldig.
Geht mir ja inzwischen auch so aufgrund dessen, weil man ja halt in der Gesellschaft
ja auch beeinflusst wird.
Da erwische ich mich ja manchmal selbst dabei. Und wenn wir jetzt mal auf so
das Thema Innovation gucken, was bedeutet denn für dich Innovation heute wirklich?
Also im Sinne von Fortschritt um jeden Preis oder Veränderung in der Verantwortung?
Schwierig. Ich glaube, ich würde mal das Erste gerne aufnehmen,
was du eben gesagt hast, nämlich, dass wir immer ungeduldiger werden.
Und wir haben in Innovationsthemen eigentlich auch immer diese Ungeduld,
vielleicht von uns als diejenigen, die die Dinge entdecken und dann weiterbringen wollen.
Manchmal aber auch umgekehrt, dass wir, wenn wir Innovationen bei der Telekom
zum Beispiel in die Teams bringen wollen, dass da die Teams viel ungeduldiger sind.
Entwicklungszyklen brauchen aber nun mal Zeit. Wir sind ja auch ein Unternehmen,
das sehr richtig und gut nach vorne gehen will und nicht mehr so,
ja, wir machen das jetzt mal irgendwie so, sondern wir wollen es ja,
wenn, dann vernünftig machen.
Und da reibt es sich natürlich an schnelllebiger und wahnsinnig schnell iterierender Innovation.
Diese Ungeduld schlägt sich da natürlich besonders nieder. Es ist immer der,
und jetzt komme ich zu dem, was du hast letztens jetzt gesagt,
dieser Konflikt zwischen zum Beispiel, ja, wir wollen Compliant-konform sein,
aber wir wollen auch nicht den Draht verlieren zu den neuesten Cutting-Edge-Entwicklungen.
Und ja, die müssen wir natürlich selber probieren. Und in dem Moment wird es
halt haarig, weil man natürlich gucken muss, okay, ist das, was wir hier machen, noch Compliant?
Und das ist nicht nur auf dem Papier wichtig, sondern das ist auch für unser
Selbstverständnis wichtig, dass wir nun mal bei der Telekom haben,
Als ein Unternehmen, das eben
vernünftig und als Vorbild für die Gesellschaft nach vorne gehen will.
Und da geht es eben nicht, dass man um jeden Preis Innovation nach vorne bringt
und dafür alle stehen und liegen lässt. Es gibt Dinge, da kann man nicht sagen, fail fast.
Also was man aus Silicon Valley immer so hört. Es gibt Dinge,
die mit Datenverantwortlichkeit zu tun haben, die mit dem Schutz von Menschen
zu tun haben. Da kann man nicht mal eben so, ach ja, sorry, ist jetzt irgendwie
schiefgelaufen sagen, nur wenn man was Neues ausprobieren wollte.
So, und in diesem Konflikt oder in diesem Spannungsfeld bewege ich mich fast täglich.
Ich habe das mal in einem Blogpost verglichen mit dem Leben eines Astronauten
auf einem fremden Planeten.
Jeden Tag ziehst du dir im Grunde einen Astronautenanzug an und eine Atemmaske
und ein bisschen einen Container mit vielleicht was zu essen und Versorgungsmaterial
und gehst raus und schaust, was es da so gibt in einem Raum,
der eben irgendwo zwischen heute und übermorgen liegt.
Und da sich zurechtzufinden, ist nicht so ganz einfach.
Was wir aber machen ist natürlich, zumindest bei uns im Team,
wir haben natürlich spezielle Prozesse, wir haben Benchmarkings,
wir haben verschiedene Arten, wie man auf Innovationen reagieren kann und sollte.
Wir haben ein Scanning, das global funktioniert mit Partnern überall in der
Welt und bauen das Ganze auf recht systematische Füße dadurch.
Deswegen gibt es nicht so viele, richtig viele Überraschungen in der Art, wie wir es machen.
Natürlich, und das ist gerade das Spannende an den Jobüberraschungen,
bei den Themen selber, die wir dann entdecken und die wir dann für unsere Kolleginnen
und Kollegen, aber auch für die Kunden und Kundinnen umsetzen in marktfunktionierende
Services oder auch Produkte.
Das kommt dann immer ganz drauf an, was wir so machen. Aber die Reibung ist
ganz klar dazwischen, wir wollen schnell nach vorne auf der einen Seite und,
oh, Moment, wir müssen schauen, ist das hier alles datenschutzkonform,
ist das alles EU-AI-Act-konform, jetzt gerade mit KI ist ja ganz viel,
haben wir da ein entsprechendes Verfahren schon durchlaufen,
ist diese App oder ist dieses Unternehmen schon registriert bei uns und und
und, haben wir die richtige Anbieterauswahl getroffen, wenn wir das jetzt wirklich
mal weiterverproben wollen und und und. Und da gibt es also ganz,
ganz viele Dinge, die man beachten muss.
Und ja, das ist auf der einen Seite, kann das vielleicht sehr anstrengend wirken,
aber ich denke mir immer auch auf der anderen Seite, wir schützen dadurch eine
Marke, die auch wahnsinnigen Wert bekommen hat. Ich habe das letzte Mal gesehen,
Uli Klenk hat wieder Zahlen veröffentlicht.
Die Deutsche Telekom hat einen extremst hohen Markenwert. Und wenn man da nicht
aufpasst und leichtfüßig daherkommt, dann kann das ganz schnell verspielt sein.
Und auch deswegen, finde ich, sollte man einfach schon aus dem Grunde darauf
achten, dass man eben nicht den Ruf einer Marke verspielt, nur weil man jetzt
irgendwie ganz schnell nach vorne preschen will.
Jetzt habe ich mal eine persönliche Frage.
Innovation ist ja super wichtig. Ich merke aber auch bei mir selbst,
zumindest habe ich immer das Gefühl und dieses Gefühl wird irgendwie auch immer
stärker. Vielleicht liegt es daran, weil ich älter werde.
Die Tage gehen irgendwie immer schneller rum. Es passiert wahnsinnig viel.
Es passiert auch immer mehr.
Und gerade so für das Gehirn, das sozusagen zu kanalisieren,
ist ja inzwischen fast schon unmöglich.
Wir haben ja diesen wahnsinnigen Information-Overflow, der da passiert.
Es gibt ja das perfekte Beispiel, ein Bauer aus dem Mittelalter,
die Infos, die er praktisch über sein ganzes Leben bekommen hat,
das kriegen wir praktisch ja heutzutage in einem Tag.
Also die Kraft, die das Gehirn auch aufwenden muss und diesen ganzen Informationswust,
den wir ja auch bekommen zu verarbeiten, kostet ja schon viel Kraft.
Wenn man jetzt einfach mal auf dich persönlich guckt, findest du,
dass die Innovationen, die jetzt bei uns auch auf der ganzen Welt gerade passieren,
zu viel sind oder zu schnell sind?
Merkst du, die Leute kommen nicht mehr mit in deinem Umfeld oder sagst du in
dem Bereich, die Leute kommen schon mit, es bräuchte aber vielleicht irgendwie
die Informationen einfacher?
Also, du hast mich persönlich gefragt und ich als Mensch persönlich liebe genau die Geschwindigkeit.
Ich mag das. Also ich bin da totaler Fan von.
Für mich ist jeden Tag Weihnachten in meinem Job. Ich mache meinen Job wahnsinnig
gerne und ich entdecke unheimlich gerne neue Sachen, neue Nuggets,
neue Dinge, gerade natürlich mit KI.
Das ist so ein bisschen jetzt mein Steckenpferd geworden mittlerweile.
Aber genauso gut vorher, was auch viele gesehen haben,
Sei es jetzt Blockchain-Technologie, Metaverse, Internet der Dinge,
all diese kleinen Trends, die da rausgegangen sind, schon vorher fand ich total
spannend und habe mich da immer gerne reingefuchst.
Und jetzt ist es in Anführungsstrichen halt KI.
Ich glaube nur mit KI, da kann man irgendwann später nochmal in einem anderen
Podcast drüber sprechen, hat es eine ganz andere Bewandtnis.
Also das ist leider, oder es ist vielleicht auch zum Glück mal was ganz anderes
als die üblichen Trends, die wir haben.
Aber ich persönlich mag diese hohe Umlaufgeschwindigkeit, die das Ganze hat
und ich gehe da für mich persönlich wie so ein bisschen so, ich coaste da so
ein bisschen durch wie Zen und verlasse mich dabei immer auf zwei Dinge.
A, mein direktes Umfeld, die Kolleginnen und Kollegen, die mit mir in dem Team sind,
weil die wahnsinnig smart sind, viel smarter als ich und einen guten Überblick
haben über auch Methodiken und Mechanik, wie man im Grunde Trends und Innovationen
schön sauber so voneinander trennt,
dass schon der ganze Overhead, der einfach nur Hype ist, schon mal weggecuttet
wird und wir die grundlegenden Trends rausarbeiten. Das können die aber alle viel besser als ich.
Aber worauf ich mich auch sehr verlasse, und das hat immer gut funktioniert,
ich weiß auch nicht, wieso das so ist, es hört sich jetzt blöd an,
aber das ist mein Bauchgefühl.
Ich bin jemand, der, ich habe lustigerweise heute noch eine Diskussion mitverfolgt
und teilweise auch teilgenommen in diesem verrückten Internet,
da ging es darum, dass man eine, wie soll ich sagen,
Dass der Mensch ein Bewusstsein für seine Situation hat, die Maschinen nie haben können,
weil der Mensch komplett in die Welt gestoßen ist, das hört sich ein bisschen
philosophisch an, aber in die Welt gebracht wird und in dieser Welt komplett
verankert ist und diese ganzen kontextuellen Dinge direkt, wortwörtlich,
Hautnah erlebt.
Wenn ich mit der Linie 1 von Bensberg nach Köln reinfahre, bekomme ich rechts
und links ganz viele Unterhaltungen von Menschen mit, die mein Weltbild wieder ein Stück prägen.
Wahrscheinlich nicht viel oder vielleicht dann doch viel, je nachdem,
was da so passiert. Aber ich nehme da immer was mit.
Und zwischen unseren Ohren ist so viel mehr als nur ein Datensatz.
Und das ist halt das Krasse, wenn du dann älter wirst, immer feiner geschärft
wird, dieses in die Welt gestoßene Bewusstsein.
Und dass du in der Welt kontextuell auf ganz, ganz, ganz vielen Ebenen gleichzeitig
denkst und funktionierst.
Und auf der anderen Seite dann aber auch, das muss man auch sagen,
die Blindheit darüber, über die Dinge, die man für selbstverständlich annimmt
und gar nicht hinterfragt, auch teilweise nicht sieht.
Ich sage nur das psychologische Beispiel Change Blindness.
Da gibt es ja im Internet so ein lustiges Video von Basketballspielern,
die, da muss man immer erzählen, wie oft die den Ballwechsel haben und dann
wird zum Schluss gefragt, hast du eigentlich gesehen, dass durch das Bild ein Bär gelaufen ist?
Und dann denkst du dir, was, da war doch kein Bär und dann spulst du das Video
zurück, natürlich läuft dein Bär durch, aber du warst so fokussiert auf den
Ballwechsel, dass du gar nicht den Bär gesehen hast.
Und das ist das, was mit uns, glaube ich, passiert, wenn wir älter werden.
Du hast es gerade gesagt, das war die Steilvorlage für mich.
Ja, vielleicht liegt es auch daran, dass ich älter werde.
Das hat was Gutes, weil man in die Tiefe geht und dieses Bauchgefühl,
das man sein Leben lang hatte, immer weiter entwickelt wird.
Übrigens in alle möglichen Richtungen kann das natürlich gehen.
Bei mir ist es, glaube ich, glücklicherweise Richtung Innovation gegangen und
einen Sensor dafür zu bekommen, was da wohl kommt, weil ich im Kopf immer,
Auch im Bauch, Dinge anders zusammensetze.
Also für mich ist eine Meldung über K-Pop
Direkt neben, es gibt ein neues Sprachmodell. Das hat für andere überhaupt keine
Relevanz zueinander, für mich schon.
Und weil ich direkt wieder an zum Beispiel virtuelle Schauspieler denke,
an Songs denke, die plötzlich nur noch künstlich hergestellt werden,
dann über eine ganze Industrie, die da dran hängt, wie Musikindustrie,
was das dafür bedeutet und was das für Artists bedeutet und ich habe dann diese
ganze Kette, die plötzlich
losgetreten wird und dieses Bauchgefühl entwickelt sich dann halt bei mir im
Grunde immer weiter Richtung, okay, wie wenn wir das Ding, was ich jetzt sehe,
mal zu Ende denken würden, gnadenlos bis zum Letzten, wo kommen wir dann an?
Ich mache mir im Moment ganz viele Gedanken über das Thema so Corporate Identity,
Kapitalismus, Commodification of Everything, dass man alles irgendwie in eine
Art Service oder Produkt packen kann.
Wie weit geht sowas? Wenn man ja mal kommerziell weiterdenkt,
gilt das auch für Gefühle, gilt das für Gerüche, gilt das für sowas wie eine Seele, wer weiß.
Und wenn man mal das ganz brutal zu Ende denkt, wo kommen wir dann an?
Und jetzt wird es halt spannend, was wird das dann für eine Gesellschaft?
Und ich habe diese ganzen Dinge ständig irgendwie mitschwingen im Kopf und schaue
mir dann zum Beispiel an, das war vor zwei Jahren, da gab es NL Pearl bei uns,
die machen AI für Voice Service aus Israel.
Sehr, sehr spannendes Unternehmen, aufstrebendes Startup. Und ich hatte ein
super Bauchgefühl bei denen.
Die sind jetzt leider nicht durch die T-Challenge gekommen, also die haben die
leider nicht gewonnen, die waren dabei zum Glück, aber sind dann leider nicht
als Gewinner rausgegangen. Aber ich habe mir gesagt, boah, die sind super gut, die werden das packen.
Und mittlerweile sind die richtig, richtig erfolgreich, werden auch immer größer.
Die haben an anderer Stelle auch bei der Telekom kurz auch mal mit Kollegen
was gemacht, ein Projekt, soweit ich weiß.
Also sehr, sehr spannend, was da passiert ist.
Und das hatte ich im Bauchgefühl. Also es gibt Dinge so, die entwickeln sich einfach.
Die ich dann sehe und ich glaube, die Kombination, was mir dann manchmal fehlt,
ist die Argumentation, die sachliche Ebene, dass ich sage, ja,
ich kann das begründen durch Zahlen.
Da bin ich manchmal nicht so gut drin, aber deswegen sage ich,
da hat man ja smarte Kolleginnen und Kollegen, die dann mit einem zusammen als
Team dann genau so einen Schatz heben können.
Und dann sagen die, okay, schön dein Bauchgefühl, aber Arno,
wo sind denn die Zahlen? Ja, besorge ich.
So, und dann ist das für mich so ein Ansatz zu sagen, okay, jetzt gehe ich mal
recherchetechnisch da noch tiefer rein und schaue mir das mal genauer an. Super.
Du hast mir jetzt auch ein sehr wichtiges Stichwort geliefert,
weil wenn wir über das Thema jetzt KI tiefer reden.
Ich muss mir sagen, also gerade AI-Musik bin ich inzwischen extrem großer Fan geworden.
Also da gibt es inzwischen Songs, meine Güte, also der normale Künstler würde
sie niemals tun, sagen wir es mal so.
Die können schon super witzig sein und auch musiktechnisch einen voll mitreißen,
weil ja gerade diese ganzen Large-Language-Modelle inzwischen echt wahnsinnig gut sind.
Also es ist ja auch die schöne Seite von KI und Co., die ja durchaus wahnsinnig
beeindruckend ist und in einem auch irgendwie ein gewisses Beruhigungsgefühl gibt,
weil das war der Song, den du schon immer haben wolltest oder immer mal hören
wolltest und hast ein zufälliges Netz und das ist super.
Großartig, bin ich schon ein Fan. Wenn wir jetzt aber so auf das Gesamtkonzept
gucken, also gerade, du hast ja zum Beispiel Kinder und wenn wir jetzt so in die Zukunft gucken,
KI, die ja praktisch auch Jobs übernehmen wird, klar, Jobs werden immer mal wieder verschwinden,
den Beruf des Webers gibt es ja so gesehen ja auch nicht mehr wirklich.
Unsere Gesellschaft hat sich ja auch immer verändert. Aber wenn wir jetzt mal
speziell auf KI gucken, ist für dich KI dann eher ein Werkzeug, ein Mitspieler?
Oder eher schon, hart gesagt, ein künftiger Entscheider?
Ich glaube, Entscheider kann KI nie werden, weil genau dieser Kontext fehlt,
den ich dir eben so ein bisschen mal erläutert habe.
Also dieser Weltkontext, das ist doch jetzt übrigens eine feststehende Formulierung
bei denen, die sich mit KI viel beschäftigen.
Die sagen also Situational Awareness oder World Knowledge wird dann manchmal
auch genannt, das kann man googeln.
Die wollen halt genau das erreichen, die wollen, dass ihre Modelle jetzt auch
die Welt verstehen, so richtig.
Aber ich kann dir sagen, da ist Evolution von uns Fleischsäcken einfach besser,
wirklich besser, weil wir sind sowas von krass geschult von Evolution,
dass wir einfach perfekt uns hier angepasst haben.
Wir sind Teil dieses Ökosystems, auch wenn wir das manchmal nicht wahrnehmen
wollen und dann alles kaputt treten, weil wir keine Ahnung haben und Profit
im Kopf haben. Aber letzten Endes sind wir Menschen, nicht esoterisch gesagt,
aber wir sind Teil von allem und wir sind in allem.
Und wir gehen in den Boden, wir kommen vom Boden. Das ist wirklich,
das ist jetzt nicht esoterisch gemeint.
Das ist faktisch so, dass wir Teil dieses, wir sind aus denselben Atomen wie
ein Baum, ja, vielleicht.
Oder wir sind Teil von allem. Und das kann eine Maschine nicht.
Ja, die Maschine ist im Grunde auch aus den gleichen Atomen,
könntest du jetzt argumentieren.
Aber eigentlich haben wir über unsere,
Evolution, es verstanden, in diesem Umfeld perfekt angepasst leben zu können.
Und KI wird das nie auf das Level hochbringen, nie, das sage ich garantiert
nicht, dass es dieses ganze Wissen in Entscheidungen reinpacken kann.
Ist dafür KI vielleicht zahlentechnisch in der Entscheidung besser? Ja, glaube ich schon.
Also Entscheidungen jetzt rein auf dem Papier, rein statistische Entscheidungen,
wird eine KI vielleicht, wenn sie gut trainiert ist und das allein und ganz
gut läuft, auch im Sinne der Menschen ganz gut fällen.
Aber sie wird nicht die feinen Zwischentöne bringen. Oder wie der André Kramer
immer sagte, die nicht Lost Signals, Hidden Signals waren das, glaube ich.
Es gibt so Sachen, die eben nicht in irgendwelchen Datensätzen sind.
Es gibt irgendwelche Unibibliotheken, die nicht digitalisiert sind,
in denen ganz viel Wissen ist.
Es gibt Foren, die immer geschlossen waren, in die kein Mensch reinkam,
wo Wissen drin ist. Es gibt urbane Legenden, die man sich nur so erzählt,
die aber nirgends digitalisiert sind.
Es gibt ganz viel Zeugs, das nicht digital ist und deswegen niemals in irgendwelche
Datensätze kommen kann.
Wissen unserer Mitarbeitenden, die jetzt aus dem Dienst rausgehen,
weil sie in Rente gehen, dass was nirgends in irgendwelchen Wikis steht,
das ist im Moment bei vielen Unternehmen ein Riesenproblem.
Wie kriegen wir dieses Wissen hier noch an Bord, auch wenn die Menschen gegangen sind?
Und diese ganzen Dinge hat eine Maschine nicht. Deswegen nein,
eine Maschine wird nicht entscheiden. Aber ich glaube auch nicht,
dass Maschinen einfach nur Tools sind, wo ich irgendwas reingebe,
wenn ich es einen Prompt schreibe und dann kriege ich einen zusammengefassten Text.
Das war so der Anfang vor ein paar Jahren.
Wir sind tatsächlich schon viel weiter und ich bin absolut davon überzeugt,
dass wir KI-Systeme als Kollaborateure, als Mitarbeitende in unseren Teams haben werden.
Auch vielleicht sogar privat haben werden. Die sind dann nur süßer und lustiger.
Das sind dann irgendwelche virtuellen Avatare oder das sind irgendwelche Hologramme,
die ich mit einer Ray-Ban-Brille dann mit mir mitlaufen lasse.
Vielleicht kennst du das aus so manchen Filmen und Büchern. Da gibt es immer
dann so lustige Tierchen, die dann mit einem laufen und die dann aber mega smart sind.
Ich kann mir schon vorstellen, dass wir sowas in Zukunft persönlich,
privat, aber auch beruflich haben werden.
Dass wir KI als Kollaborationspartner bei uns haben werden und die so wie ich
nicht mehr alle Telefonnummern weiß, und die alle in meinem Handy sind,
die unser Wissen natürlich auch auslagern.
Denn ja, letzten Endes sind wir immer noch dieser Bauer, der nur das eine Wissen
hatte, von dem du eben gesprochen hast.
Wir sind nur klug genug geworden, das Wissen, das zusätzlich dazu kam,
irgendwie so auszulagern, dass es immer griffbereit ist.
Also da finde ich ein Zitat, obwohl ich ihn sonst nicht gerne mehr zitiere,
aber Elon Musk hat das mal ganz gut gesagt.
Er hat gesagt, wir sind schon Cyborgs, weil unsere Handys haben wir ständig
bei uns und die verlängern unser
Wissen, unseren Umfang, in dem wir kommunizieren können, auch ständig.
Du kannst jetzt auch gleich mit jedem Menschen auf der Welt potenziell sprechen.
Das ist eine irre Entwicklung, dieses Wissen auszulagern.
Und deswegen glaube ich, ja, KI wird da ein wichtiger Bestandteil sein,
Mit dem wir in Zukunft zusammenarbeiten und leben werden, ganz sicher.
Und ich halte nichts davon, das so runter abzutun, als ja, das ist so ein Tool,
wie so ein Hammer oder so. Das passt nicht. Also da bin ich anderer Meinung.
Aber es wird auch nie, und das hoffe ich übrigens auch nicht,
Entscheidungen komplett übernehmen.
Ich bin extremst kritisch dabei, was so mit Pre-Crime-Themen passiert,
was gerade Palantir machen oder was auch so Gerichtsprozesse angeht.
Klar kann der KI beraten, klar kann der KI sich durch riesige Literaturberge
wälzen und dann schon mal ein paar Zusammenfassungen bringen.
Selbst die sollten kritisch hinterfragt werden von Fachmenschen,
die sich damit auskennen.
Aber das letztliche Urteil, das kann ja nicht eine Maschine fällen,
denn eine Maschine hat gar nicht Skin in the Game. Eine Maschine hat gar nicht...
Wenn eine Maschine sagt, der Max muss jetzt 20 Jahre ins Gefängnis,
Dann hat die keine Relation zu dir und noch nicht mal ein einziges Spiegelneuron,
das nachempfinden kann, wie es wohl wäre, im Gefängnis zu sitzen,
auch nur drei Tage, geschweige denn 20 Jahre.
Und dass sie dabei altern wird, was da passiert, dass sie krank werden wird
eventuell im Gefängnis. Ja, diese ganzen Dinge kann eine KI nicht fühlen,
auch wenn sie es nur simuliert.
Sie simuliert es vielleicht super, aber sie wird es nie fühlen,
wie ein Mensch mit seinen Neuronen das im Kopf fühlen kann und nachempfinden kann.
Und deswegen ist ein Urteil zu fällen für so eine Maschine auch irgendwie was
ganz anderes, weil sie gar nicht die Schwere der Entscheidung mitempfinden und
fühlen kann und das abwägen kann. Wie denn?
Kann sie ja nicht. Also deswegen glaube ich ganz sicher, also Entscheidung oder
Krieg oder Frieden, Rakete schießen oder nicht, feuern oder nicht,
das, was wir gerade in der Ukraine
massiv erleben, automatisierte Kriegsführung, ist ja kein Geheimnis.
Das grenzt mittlerweile und das ist teilweise aus meiner Sicht,
aber es ist ja nun mal, das ist nun mal Fakt, kann man nicht wegreden,
aber aus meiner Sicht ist das eben genau der Weg, in den es nicht gehen darf.
Aber die Kill-Decision, wie es so schön heißt, ist da schon lange nicht mehr beim Menschen.
Also Loitering-Weapons gibt es da. Das sind KI-Drohnen, die ohne Funkverbindung
losgeschickt werden noch mit, aber dann bricht die Funkverbindung ab.
Und die werden dann Loitering, das heißt, die wabern irgendwo im Himmel und
gucken, wo ihre Ziele sind.
Und sobald sie eines identifizieren, lassen sie sich darauf fallen oder schießen sie darauf.
Und das sind Sachen, die nicht mehr, diese Kill-Decision macht nicht mehr der Mensch.
So, und das ist schon eine Maschine, die da Entscheidungen fällt.
Und ich glaube, dass uns das nicht gut zu Gesicht steht, dass das gerade passiert.
Aber wie gesagt, das ist ja, ich denke ja dann in Utopien, die Realität sieht nun mal anders aus.
Und mal ehrlich gesagt, wie es dahin kam, kann ich auch gut nachvollziehen.
Nicht unbedingt nachempfinden, aber nachvollziehen, warum es gerade so ist,
wie es da ist, also was Waffen angeht.
Du hast jetzt zwei wichtige Punkte angesprochen.
Wo ich immer der Überlegung nach war oder auch überzeugt war,
muss man ja eigentlich schon sagen, die Zeiten des Internets,
dass die Menschen intelligenter werden,
ihr Wissen besser zusammenfassen und zum Schluss eine Schwarmintelligenz entstehen
wird, die ihresgleichen sucht.
Inzwischen muss ich leider sagen,
Mein Gott, habe ich mich da moralisch geirrt. Wenn wir jetzt aber auf das Thema
KI gucken und bei diesen Themen sind, hast du es vorhin Richtung Film.
Kennst du noch Odyssee im Weltraum?
Metall 9000, wo ja diese Entscheidungsfindung getroffen wurde.
Und deswegen möchte ich unbedingt mal deine Meinung und Einschätzung hören,
wenn wir über das Thema Mensch, Verantwortung und Ethik reden.
Gerade wo du jetzt auch das Thema mit Kriegsführung gesagt hast,
sind wir in der Position, dass wir sagen können, kann KI moralisch handeln oder
nur moralisch simulieren?
Und dann gleich die Folgefrage, und die finde ich total wichtig,
verlernen wir gerade durch KI das Menschliche und wenn ja, was?
Also ethisch, selbst wenn es simuliert ist, ist ja immer noch die Frage,
welche Ethik meinst du denn und Moral?
Also wir haben in Europa vielleicht ein ganz anderes Bild davon als im asiatischen
Raum oder als im südafrikanischen Raum oder amerikanischen, nordamerikanischen
Kontinent, wie man jetzt auch sieht, zumindest auf der politischen Ebene.
Ich glaube, dass man, also das ist ja auch das Problem für KI,
dass das Alignment so schwierig ist und die moralischen Leitplanken so schwierig
zu setzen sind, weil halt je nach Kultur du, ich finde auch zu Recht,
halt andere Positionen hast und das ist auch völlig in Ordnung.
Aber bitte mach deine Position nicht zu meiner, weil das ist eben falsch.
Aber das heißt, selbst wenn du es schaffst, diese Position auch nur zu simulieren,
hast du immer noch das Problem, dass es eben nicht eine globale Rechtfertigung
ist für alles, was eine KI global macht.
Weil eben die Moral oder die Ethik von einem Chat-GPT ist anders als von einem Gwen.
Frag mal einen Gwen nach dem Platz des himmischen Friedens. Da wird wahrscheinlich
wenig Gutes rauskommen oder Brauchbares.
Aber genauso gut könnte man wahrscheinlich auch amerikanische Modelle oder europäische
Fragen nach bestimmten Reizthemen und mal gucken, wie die so reagieren.
Und ich glaube, also für mich ist das so ein bisschen wie das Thema Intelligenz.
Ich weiß ja selber nicht, was es ist. Ich glaube auch nicht,
da bin ich ja nicht alleine.
Also wenn man mal ernsthaft fragt, wie man Intelligenz definiert und nicht direkt
auf einen IQ-Test geht, was da ziemlich daneben, was nicht den Punkt macht.
Dann ist ja sowieso die Frage künstliche Intelligenz so das Thema,
also wo ich denke, das ist sowieso schwierig.
Und jetzt noch eine Ebene darüber zu sagen, ich brauche jetzt einen moralisch-ethisch handelnden KI.
Boah, also und dann wirklich fühlend ethisch, dafür muss sie wieder Skin in
the Game haben. Das klappt so nicht.
Man kann nicht, wie soll man als Ameise einem Menschen erklären,
dass man doch jetzt hier einen wunderschönen Staat gebildet hat mit über 200.000
Ameisen und dass der Mensch doch bitte jetzt keine Autobahn da baut,
weil die Ameise ist doch ein fühlendes Lebewesen.
Das würde einen Menschen nicht interessieren, nicht weil der der Ameise was
Böses will, sondern weil er nun mal hier jetzt eine Autobahn bauen will und
dann ist der Ameisenhaufen halt im Weg.
Und dann wird der einfach platt gemacht. Und nicht weil der Mensch böse ist,
sondern weil der Mensch gleichgültig ist einer Ameise gegenüber.
Und einer KI als Superintelligenz wird ein Mensch auch, der ist einfach gleichgültig.
Eine KI ist gleichgültig einem Menschen gegenüber, weil sie einfach seine Umwelt
überhaupt nicht versteht.
Und so wie wir gerade als Unternehmen, nicht jetzt wir als Unternehmen,
sondern wie die Unternehmen, die mit KI als Foundational Models zu tun haben,
gerade das Alignment betreiben, sehe ich nicht viel Zukunft,
dass wir das vernünftig hinkriegen.
Und ja, dann wird nämlich KI auch nicht mitfühlend sein und empathisch und dann
werden wir ihr auch egal sein, wahrscheinlich.
Also wenn das jetzt so weitergeht. Ich glaube nicht, weil es gibt ja auch wieder
Anzeichen wie zum Beispiel Anthropik, die haben sich ja jetzt vor kurzem erst
eine Guideline gegeben, wie sie ethisch, moralisch richtig handeln,
also so Grundpfeiler gegeben.
Da gibt es, ich meine auch Mistral hat was ähnliches gemacht.
Die Deutsche Telekom hat ja schon seit langem eine Leitlinie für den Umgang mit KI.
Das ist ja ziemlich cool, dass wir das schon so früh gemacht haben.
Da gibt es auch viel Bewegung, die ja so das Gegenteil versucht,
aber es ist halt immer so ein Hin und Her.
Ja, ich gebe dir da absolut recht. Gerade, okay, ich fange nochmal an.
Ja, ich gebe dir absolut recht.
Gerade was wir jetzt ja auch weltpolitisch sehen. Du hast es ja vorhin mal kurz so angedeutet.
Allein, wenn wir jetzt mal von Europa weggucken, wo wir ja sind und jetzt mal
in Richtung der verrückten Orange gehen, die ja jetzt gerade Präsident spielt
und mal wieder versucht, ein paar Länder zu annexieren.
Und wie siehst du da den ganzen Punkt?
Ist für dich Politik da aktuell Treiber oder Innovation, gerade jetzt auch auf
Europa bezogen? Ich meine, wir haben es jetzt gesehen, Trump kam jetzt daher
mit hier den großen AI-Fabriken und ähnliches.
Damit fangen wir jetzt ja in Europa, muss ich jetzt sagen, auch zum Glück auch
an, sonst werden wir da ja abgehängt.
Wie siehst du das im Bereich Politik und vor allem auch im Thema Regulierung?
Naja, also ich gucke mal, der, der das Feuer hat und Gewalt über Feuer hat,
hat natürlich einen Vorteil gegenüber denen, die es nicht haben.
Ich kann damit kochen, meine Lebensmittel desinfizieren, ich habe nachts Licht
und kann länger arbeiten, kann mehr beschützen, kann besser beschützen und habe
sogar eine Angriffswaffe.
Wenn dann mal irgendwann mich jemand versucht anzugreifen, kann ich mit Feuer
mich wehren oder sogar zum Gegenschlag übergehen.
Das heißt, diese Innovation Feuer hat uns unheimlich nach vorne katapultiert
als Menschen. Und diejenigen, die es als erste hatten, haben wahrscheinlich
einen riesen Vorteil gehabt.
Und nichts anderes sind weitere Innovationen. Deswegen ja, Innovation heißt
auch immer, einen Vorsprung zu bekommen.
Und wenn da natürlich eine Gemeinschaft kommt, die mit Politik und Innovation
zusammenkommt, dann ist das eine ganz, ganz leistungsfähige,
tolle Kombination erstmal.
Und toll, natürlich nur im Auge des Betrachters. Also die einen finden das natürlich
furchtbar, dass die Amerikaner jetzt mit ihrer Wirtschaft so Hand in Hand gehen.
Also da ist ja Palantir direkt Hand in Hand mit Peter Thiel.
Da gibt es hier OpenAI, da gibt es Microsoft. Alle singen dasselbe Lied.
Wenn das jetzt aber nicht gerade so verfahren wäre, wie es von draußen zumindest
in den USA aussieht und das Ganze vielleicht anders aufgesetzt worden wäre,
dann hätten sich wahrscheinlich viel weniger Menschen beschwert,
obwohl die Allianz zwischen Wirtschaft und Politik genauso da wäre.
Also man muss sich ehrlich fragen, ich bin da ein bisschen zwiegespalten.
Ich glaube nicht, dass wir so eine Tech-Bro-Oligarchie brauchen,
braucht glaube ich kein Mensch.
Aber dass Politik und Wirtschaft Hand in Hand in die Zukunft gehen und versuchen,
und das ist jetzt glaube ich, da divergiert es schon von dem Weg,
der im Moment da so eingeschlagen wird, in Übersee.
Aber wenn das mit bestem Wissen und Gewissen allen Ernstes zum Wohl der Gesellschaft
ist und der Menschen und da Hand in Hand Politik und Wirtschaft ineinandergreifen
würden, konjunktiv, dann halbe ich überhaupt nichts gegen. Ich fände das sogar sehr gut.
Ich meine, die Telekom möchte zum Beispiel Vorbild sein für Gesellschaft.
Das sagen wir auch ganz klar. Das wollen wir sein.
Und wir haben ja auch eine recht gute Reputation, was das Verhalten angeht,
wenn man jetzt hier nach Deutschland schaut, zumindest auf die Telekom.
Und da finde ich es gar nicht verkehrt, wenn man sich engagiert.
Also zum Beispiel auch für Glasfaser, dass Menschen auf den ländlichen Gebieten
Internet bekommen, dass sie Verbindungen haben, dass sie Verbindungen halten
können. Das ist ja alles nichts Verkehrtes.
Die Frage ist halt nur, wie nutze ich sowas politisch aus?
Und ich bin jetzt kein großer Politologe, ich habe ein bisschen mal studiert,
aber ich könnte jetzt nicht viel darüber sagen.
Deswegen bin ich da jetzt ein bisschen stiller, was die
vielleicht politische Diskussion darum ausgeht. Ich glaube aber ganz fest daran,
dass Technologien und Innovationen in den richtigen Händen mit dem richtigen
politischen Willen unheimlich viel bewirken können und auch sehr viel Gutes bewirken können.
Es ist jetzt vielleicht in Teilen der Welt leider so, dass Technologie meistens
dann doch wieder für niedere Ziele verwendet wird und persönliche Bereicherungen
und so weiter. Das ist klar.
Vielleicht aber auch mal ein Lichtblick am Ende des Tunnels und es ist kein Zug.
Das war vielleicht ja schon immer so. Und letzten Endes haben wir viele Dinge,
die in militärischen Kontexten entwickelt wurden, dann auch in der Zivilgesellschaft nutzen können.
Ich meine, hey, Internet ist ARPANET gewesen, ARPANET ist DARPA und DARPA ist
ein militärischer Think Tank der USA. Ja, dann haben die Unis das am Anfang übernommen.
Internet war ja keine zivile Einrichtung, machen wir uns mal nichts vor.
Das war eine militärische Einrichtung für den Fall, dass wir den totalen nuklearen
Holocaust erleben und wir irgendwie dezentral trotzdem Kommunikation betreiben
wollen. Das war Internet, das war der Gedanke.
Und da muss man sich klar machen, dass wir da später dann Bücher und Unterhosen
drüber verkaufen, hat ja kein Mensch damals gedacht. So.
Und ja, ist ja so. Oder Netflix gucken. Überleg mal, ich hätte doch nie gedacht
in den 90ern, dass wir übers Internet Fernsehen gucken können.
Wie krass ist das denn bitte?
Ich habe das so Sci-Fi-mäßig geträumt, da hätte ich nie gedacht.
Aber da siehst du mal, das ist eine Entwicklung, die ist aus anderen Dingen ja entstanden.
Und vielleicht, das ist ja immer, ich bin ja dann immer noch Optimist irgendwo,
ein Utopist. Ich glaube auch aus diesen Dingen, die wir jetzt gerade,
die auch sehr, sehr furchtbar sind, ich glaube, da kommen auch Dinge raus,
die wir letzten Endes selber alle nutzen werden und die für uns Sinn ergeben.
Und es ist immer so gewesen, dass es in der Welt Menschen gab,
die meinten, sie wären besser und größer und weiter. Das haben die dann auch
ihre Lebzeiten glauben können.
Es ist aber irgendwann dann auch wieder gut gewesen. Dann haben die Menschen
mit Vernunft wieder das Steuer in die Hand genommen und haben weitergemacht.
Und es ist vielleicht im Moment so, ich vergleiche das manchmal mit
In der Welt ist es im Moment so wie zwei Uhr morgens bei einer Teenager-Party,
wo nur noch der besoffene Vollidiot Mixerpult hängt.
Ich will auch mal einen Track spielen. Und der DJ schon die Hände über den Kopf
zusammenschlägt, der eigentlich super Ahnung hat und vernünftig ist.
Und sagt, weißt du was, nimm das DJ-Pult, mach deine blöde Musik, ich bin raus hier.
Und das sind so die letzten Züge. Manche sagen, das sind die letzten Jahre einer
Hochkultur, die wir gerade erleben. Ich hoffe es mal nicht.
Das wäre dann wieder ein sehr ernstes Thema. Ich glaube eher,
dass wir einfach im Moment diesen besoffenen DJ am Pult haben.
Der wird aber nicht ewig da bleiben, weil der kippt irgendwann und schläft.
Und dann können wir die Leute hin, dann das Bier aufräumen, die Bierdeckel wegräumen,
die Lichter reparieren, den Schaltplattenspieler reparieren und dann geht es weiter.
Also ich bin da sehr, sehr entspannt. Aber es ist natürlich,
und machen wir uns nichts vor, es ist eine Zeit, in der man natürlich vigilant
bleiben muss, aufmerksam bleiben muss und auch, ehrlich gesagt,
sich auch engagieren sollte.
Also so ein Podcast wie dieser kann ja auch wieder ein kleines Puzzleteil sein.
Ich glaube schon, dass man sich engagieren kann und sollte.
Ich glaube aber auch, dass man mit einer gewissen Gelassenheit und Coolness
sich das Ganze anschauen sollte und nicht jedem Stöckchen, das einem hingehalten
wird, hinterherrennen sollte oder drüber springen sollte.
Weil Leute, Skandale gibt es dauernd. Und ja, es gibt Spezialisten,
die Skandale erzeugen, wie wir gerade sehen.
Und es gibt Leute, die das weniger stark gemacht haben. Aber ja, weiß nicht.
Das ist faszinierend. Du hast gerade von Hochkultur gesprochen.
Und automatisch musste ich ans Römische Reich decken. Ich weiß nicht, woran das liegt.
Tja, komisch.
Das Römische Reich war ja auch relativ ausufernd.
Und je größer es wurde, desto niederer wurden die Sitten.
Und ich bin jetzt kein Moralapostel, aber ein Verhalten, das wir im Moment sehen,
hoppla, hier komme ich und ich bin der Bulli und ich bin der Stärkere,
das geht nur so lange gut.
Also spätestens dann, wenn die Leute es spüren am eigenen Leibe,
irgendwann kippt das um.
Und ich glaube, dann wird es halt, ach mal, vielleicht ein bisschen hässlich,
kann auch sein, keine Ahnung, aber dann wird es auch wieder gut.
Und Innovation, ich sage es nochmal, ist in dem Kontext was ganz Wichtiges,
weil es nicht nur Technologie ist, sondern auch Vision.
Und wenn wir uns Sci-Fi-Literatur angucken, da ist immer dieser Kampf zwischen
totalitären Systemen und dem Underdog, der irgendwie die Freiheit will.
Also ich meine, guck dir mal Neuromancer an. Da gibt es die großen Corporates.
Das ist so eigentlich die Welt, die vielleicht so einige Tech-Bros in den USA
oder woanders gerne hätten.
Also eine Welt, in der Politik eigentlich eine Nebenrolle spielt,
Demokratie eh total lästig ist und die Corporates, die großen Unternehmen eigentlich
die Geschicke der Welt leiten.
Das ist halt Neuromancer in Reinsform. Und diese dunkle Cyber-Dystopie,
die da entwickelt wird von William Gibson, ist damals sehr, ich finde,
sehr wegweisend gewesen.
Und deswegen, also wer Innovation liebt, glaube ich, liebt automatisch Sci-Fi.
Sowas habe ich verschlungen damals als Student noch in Bonn.
Solche Bücher, Idoro auch dann später und so von William Gibson.
Ich glaube, da gibt es, oder Neil Stevenson und sowas, also all solche Dinge,
diese Bücher, die wirklich nach dieser Vision schon entwickelt haben.
Und diese Corporate-Welt von William Gibson in Neuromancer, die Ansätze dafür
sieht man tatsächlich im Moment.
Und es ist halt sehr spannend zu sehen, wie sich das dann weiterentwickelt.
Weil Technologie wird ja in der Innovation nicht nur von Corporates verwendet,
sondern auch von den, also Technologie landet irgendwann auf der Straße,
Und dann wird es halt spannend, was macht der Durchschnittsmensch,
der keinen Bock irgendwie auf Corporate hat, was macht der mit Technologie und wie hackt der die?
Also was macht der mit Technologie und welche Fragen stellt er sich?
Ich stelle mir zum Beispiel mal die Frage, ja was wäre denn, wenn?
Was ist denn, wenn das und das mal so wäre oder was wäre denn,
wenn ich den Föhn umbaue als Popcornmaschine?
Weil der hat ja eine heiße Luft
drunter und ich könnte mir eigentlich eine Popcornmaschine draus bauen.
Aber es ist ja vom Hersteller nicht so gedacht, dass man da plötzlich Popcorn
mitmacht mit einem Föhn. Aber innovativ wäre es, wäre mal was anderes.
Oder kreativ wäre es zumindest, innovativ weiß ich nicht.
Aber das wäre ja was. Und in der Welt von Neuromancer ist es halt genau so,
dass Technologie sehr dreckig verwendet wird, sehr schmutzig.
Und ich finde das super spannend, weil da wirklich dann so die total nitty-gritty Use Cases rausploppen.
Und das wiederum finde ich spannend im Kontext von beruflichen Dingen,
weil man immer diese Dual-Use Cases von Technologie dann sieht.
Also Dual-Use heißt, ja, du kannst eine Drohne als Spielzeug benutzen oder du
hängst halt eine Granate drunter.
Und das ist Dual-Use. Du kannst Sachen immer, du kannst einen Feuerstein nutzen,
um Feuer zu machen, deine Familie zu ernähren oder um deinen Gegner zu erschlagen.
Man kann immer Innovation in zwei Richtungen verwenden.
Und der Dual-Use ist in diesen Welten von William Gibson zum Beispiel sehr stark
komprimiert dargestellt, teilweise fast schon zynisch-sarkastisch überzeichnet.
Ich habe übrigens vor ein paar Nächten abends ein Cyberpunk-Radio laufen lassen,
was ich vollkommen autonom habe laufen lassen.
Könnten wir eigentlich auch mal ein paar Sessions rausspielen,
ist sehr lustig. Und da geht es halt genau um diese Welt.
Also die beiden Moderatoren sind natürlich KI-Moderatoren und die unterhalten
sich dann über die verrücktesten Produkte.
Zum Beispiel, dass man Atemluft tokenisiert und damit Tokens minnt, während man atmet.
Aber dummerweise laufen die mit Nanobots und wenn die Nanobots irgendwie plötzlich
in eine Gewerkschaft eintreten und in der Lunge Selbstbestimmungsrechte verlangen,
dann hören die plötzlich auf zu arbeiten.
Dann fällt die ganze Lunge zueinander und hört auf zu atmen und damit erpresst
dann eben die Nanobot-Community den Besitzer, nämlich den Menschen.
Also solche verrückten Dinge dichtet mir dann die KI zusammen und das sind dann
auch sehr lustige, sehr dunkle, also es ist ein bisschen so wie Black Mirror,
aber als Radioformat habe ich das vor ein paar Tagen gemacht.
Es war sehr, relativ erfolgreich, nicht sehr erfolgreich, aber sehr erfolgreich
für so einige Zuhörer und Zuhörerinnen.
Vibe-Coded übrigens, die Radiostation.
Also Dual Use ist auch gerade ein sehr guter Punkt.
Auf jetzt all das, was passiert, und du hast ja recht, klar,
je nachdem, wie du die Drohne nutzt, entweder machst du was Gutes draus,
Oder, naja gut, man hängt die Granate drunter, das ist leider nicht richtig.
Wenn wir jetzt mal so oft das Thema Entwicklung gucken, was gerade bei Innovationen,
was macht dir momentan so auch persönlich am meisten Hoffnung,
wenn wir mal in die Zukunft gucken?
Also ich glaube, wichtig ist zu sehen, wie viele Menschen sich gerade mit dem
Thema KI zum Beispiel beschäftigen und Innovationen in die Richtung.
Und Menschen verstehen, dass es halt vielleicht auch ein bisschen mehr geht,
als einfach nur irgendwelche next shiny Gadgets zu entwickeln und coole Plattformen
und lustige Bilder oder Deepfakes zu basteln, sondern dass es da auch noch mehr
gibt. dass es da noch mehr gibt.
Ich erinnere nur, Anfang letzten Jahres war das in Paris, da gab es eine AI-Konferenz,
zu der global Menschen eingeladen wurden, die KI für etwas Gutes verwendet hatten.
Und die haben da eine kleine Challenge gehabt. Da gab es so eine Jury,
die hat dann entschieden.
Da wurden aus über 700 eingereichten Projekten, wurden ich glaube 50 honoriert
dann mit einem Preis auch.
Und wenn man sich so diese Use Cases da durchliest, die da eingesendet wurden,
die waren mega spannend.
Da ging es darum, wie bringe ich Menschen in entfernten Gegenden in Südafrika
das Lese und Schreiben bei?
Wie überwache ich, dass nicht illegal in tropischen Regenwäldern Holz gefällt wird?
Also richtig, richtig coole Sachen. Wie vermittle ich zwischen Generationen,
immer natürlich mit dem Thema auch KI mit drin. Es gibt wahnsinnig viele tolle
Use Cases, wie man mit KI, also Klimamodelle sowieso, wie man mit KI den Menschen
und der Menschheit helfen kann.
Und ich glaube, dass daran viel mehr auch zum Beispiel Pharmaforschung und so
ganz viel, was da gemacht wird gerade mit KI, Erforschung des Weltraums,
Signalforschen und so weiter, Mustererkennung.
Ich glaube ganz fest, und das macht mir Hoffnung,
weil ich dauernd das auch sehe, also es gibt zwar mehr Klicks,
wenn man die düsteren Nachrichten bringt und wenn man sagt, wie schlimm alles ist,
aber letzten Endes, wenn man sich mal bei solchen Projekten umguckt,
aber bei solchen Maßnahmen wie jetzt in Paris letztes Jahr, über 700 Maßnahmen
und plus mehr Maßnahmen.
Ich bin fest davon überzeugt, die meisten Dinge sind gute Dinge und also wirklich
im Kern gute Dinge, wo Menschen anderen Menschen helfen wollen, unterstützen wollen.
Das Ding ist halt nur, dass diejenigen, die damit, wenn die Böses im Schilde
führen, dass diese Menschen einfach lauter sind. Das ist der einzige Unterschied.
Also die sind einfach lauter und einfach frecher vielleicht in der Art,
wie sie sich inszenieren.
Aber in der Mehrzahl sind sie deswegen noch lange nicht. Und das gibt mir Hoffnung.
Und ich bin tatsächlich, ich denke, dass das tatsächlich so ist, dass wir
Eine etwas verzerrte Öffentlichkeitswahrnehmung haben.
Ich glaube auch, dass wir uns selber keinen Gefallen damit tun,
dass wir immer denken, dass alles furchtbar ist. Das macht keinen Sinn.
Also dann kann ich mich ja gleich hinlegen und liegen bleiben für immer.
Weißt du, das macht ja überhaupt keinen Sinn.
Und ich wäre nicht gerne in so einer Welt. Und ich lasse mir das auch nicht
einreden, dass es so schlimm ist. Ich bin auch nicht blind und nicht doof.
Ich weiß ja, dass viel Schlimmes passiert.
Und ich bin in einer absolut bevorzugten Position, aus der ich da gerade rede.
Und ich habe ja gut reden.
Also ich habe einen vernünftigen Job. Ich habe eine tolle Familie.
Ich habe nette Freunde, tolles Kind, tolle Frau. Mir geht es ja super gut.
Was habe ich mich zu beschweren?
Aber dreh mal Menschen wie mir das Geld ab, mach mal alles kaputt und guck mal,
ob ich dann immer noch so lustig daherlaufe. Ganz sicher nicht.
Aber ich sage noch was. Wir alle tragen seit Geburt einen Rucksack.
Und was wir da reinstecken für schlechte Zeiten, das müssen wir selber wissen.
Und ich habe mein Leben lang dafür gesorgt, dass ich in diesen Rucksack gute
Dinge reinpacke für schlechte Zeiten.
Und dass ich eben nicht hingehe und sage, ich nehme den Tag,
wie er ist und dann rasselt er mir vorbei und das war's.
Glaub mir, jeden Tag packe ich Sachen da rein, die mir gut tun,
wo ich weiß, später mal, wenn die Kacke am Dampfen ist, packe ich die raus und
dann gucke ich, dass es noch gut läuft.
Und mein Menschenbild hat sich dementsprechend schon geformt.
Manche mögen sagen, der Arno ist da etwas naiv. Ich glaube nicht, dass das so ist.
Ich glaube fest daran erstmal, dass jeder Mensch was Gutes hat.
Der muss mir erstmal wirklich ins Gesicht zeigen, dass er echt ein Vollidiot ist oder eine Idiotin.
Dann ist das eine andere Kiste. Aber bis es zu dem Moment kommt,
nehme ich erst mal nur das Beste an.
Und dann schauen wir mal, wie es ist. Und meistens bin ich mit dieser Neugierde
und Einstellung sehr gut gefahren. Klar wurde ich auch mal veräppelt,
logisch, um es freundlich zu sagen.
Es ist nicht immer lustig, aber die Haltung will ich mir ja nicht nehmen lassen,
nur weil es ein paar Menschen in der Welt gibt, die schlecht sind.
Und ein Punkt, warum ich so gerne in dem Thema Innovation arbeite,
ist auch genau der Punkt, weil ich glaube, man kann viel erreichen.
Man kann einfach ganz toll mit viel Neugierde und mit viel Kreativität und Weitsicht
und Umsicht kann man ganz viele tolle Dinge erreichen und wirklich Menschen helfen.
Ich gucke mir das auch bei uns in der Firma an, wie viele coole Projekte und
wie viele smarte Menschen da arbeiten und ganz, ganz großartige Projekte nach
vorne bringen, die anderen Menschen wirklich großartig helfen oder nach vorne bringen.
Das will ich doch nicht missen, nur weil es ein paar Menschen gibt, die dagegen schießen.
Also nee, das ist nicht meine Haltung. Sehe ich so nicht. Man muss sich sagen,
Das war jetzt eines der schönsten Statements, die ich bisher so in meiner auch
Lebenslaufbahn gehört habe von jemandem, der sagt, hey, das mit dem Rucksack
und ich tue da immer die guten Dinge rein und später, wenn ich es brauche, kann ich sie rausholen.
Das schätze ich jetzt sehr an dir dieses Statement, weil das unglaublich tiefgründig
und auch wahr ist, denn genau daran werden wir auch zum Schluss gemessen,
an den guten Dingen des Lebens,
auch die wir getan haben und ja, manchmal sind wir ein bisschen naiv und das
ist auch okay, auch aus solchen Dingen lernen wir ja, das muss ich sagen hat
mir jetzt gerade wahnsinnig schön gefallen Arno,
jetzt muss ich aber ja beim Dual Use bleiben und wollen wir aber auch nicht
zu sehr jetzt überspannen, um Gottes Willen,
was bereitet dir, ehrlich gesagt, gerade am meisten Sorgen?
Ja, also guck mal, das ist ja genau das. Also das Innovation,
dass das Feuermachen nur für einen Stamm gilt.
Und dass der eine Stamm dieses Feuermachen auch noch mit einem Copyright und
Trademark am besten belegt und einem IP und dann nur rausrückt,
wenn es ihm selber hilft.
Und für jede Minute Feuer möchte ich auch Lizenzgebühren haben.
Dann wird es natürlich echt schwierig.
Oder ich möchte eine völlig illusorische Gegenleistung dafür haben,
nur weil ich Feuer mal rausgebe und immer nur das Feuer, aber nicht erkläre,
wie ich es mache, zum Beispiel solche Sachen.
Das ist jetzt nicht ein Schuss gegen Copyright an sich, sondern es ist ein Schuss
gegen Menschen, die einfach alles für sich behalten wollen. Ich gebe dir ein Beispiel.
Wir haben ja Anfang letzten Jahres die KI-Pioniere mit der Cindy Leffler Krebs
gegründet, dem Stefan Dürken, der war mit dabei, die Ramona noch.
Und die KI-Pioniere bei der Deutschen Telekom wollen KI-Wissen in die Teams
reinbringen, wollen KI-Wissen im Grunde skalieren.
Das heißt, wir trainieren im Grunde die Trainer und Trainerinnen,
die trainieren wieder weitere Leute mit KI und so weiter. Geht das halt als
Schwebe, als System durchs Unternehmen? Das läuft doch ganz gut mittlerweile.
Was wir da aber immer sagen ist,
Das, was du hier lernst und mitnimmst, teile es.
Und zwar nicht für irgendeinen Gegenwert, sondern bring dieses Wissen in dein
Team und sag den Leuten im Team, die dürfen es auch wieder und sollten es bitte teilen.
Wir haben Unterlagen, die wir produziert haben. Wir haben PDFs,
wir haben Lehrgänge, wir haben in Perzipio und so weiter.
Wir haben uns da sehr, sehr darum
gekümmert, dass mit der Academy zusammen kollaboriert dafür und so weiter.
Das sind diese Seminare, das sind drei Stunden immer am Stück pro Modul.
Die sind einen vierstelligen Betrag pro Person wert. Wenn man mal draußen in
das Beraterbusiness geht, Wir haben uns da mal ein bisschen smart gemacht.
Das hat einen richtig, tatsächlich monetären Gegenwert. Das ist ein richtiges
Produkt, das ist richtig gut geworden.
Und dieses Wissen geben wir umsonst raus, weil wir davon nur eine Sache wollen,
dass die Menschen es weitergeben.
Nur so werden wir alle nicht nur schnell smarter, sondern kreativer und mutiger.
Und dann auch, und das ist das Tolle, innovativer, weil wir mehr wissen.
Und das wünsche ich mir für unsere Gesellschaft. Mutiger werden,
mehr Wissen, Wissen wollen, Neugierde entwickeln.
Und das jetzt umzudrehen, wird ein Schuh daraus, auf deine Frage zu antworten.
Genau das Gegenteil, da habe ich Angst vor. Vor Beschränktheit,
vor Menschen, die eben nicht neugierig sind, weil sie ja schon alles wissen.
Die wissen ja immer schon alles.
Also fahr mal hier durch Köln. Ich bin auch ein Rheinländer,
deswegen darf ich das sagen. Also der Kölner, der kann dir alles erklären.
Der weiß alles. Der Kölner kann dir alles erklären.
Mancher Kölner denkt auch, er weiß tatsächlich alles. Viele wissen aber,
dass sie es eigentlich nicht wissen.
Aber Angst haben, dass jemand weiß, dass sie nichts wissen. Und deswegen erzählt
er einen vom Pferd. Und es hört sich immer total logisch an.
Also der könnte dir erklären, warum Würzburg Würz heißt, obwohl er bestimmt
nie in Würzburg war oder was darüber gelesen hat.
Aber der könnte mit Würz und Burg irgendwas bauen, was toll wäre,
was auf jeden Fall sich logisch anhört.
Und dieses, nochmal zurück, also jetzt nochmal auf den ernsten Kern zu kommen,
ein Mensch, der meint, ganz ernsthaft meint, dass er nicht mehr lernen muss
und nicht mehr neugierig sein muss, ist für mich innerlich schon tot,
aber er ist super steuerbar, weil man ihn immer damit kriegen kann,
dass man ihm droht aufzudecken, dass er es eigentlich nicht weiß.
Und das ist eine ganz gefährliche Mischung. Und wenn die Menschen dann auch
noch nicht so ganz smart sind und auch noch laut,
vor solchen Sachen habe ich nicht Angst, aber das sind Sachen,
die mir echt, Da habe ich ein Problem mit,
wenn Menschen dann auch laut sagen, dass sie eigentlich nichts wissen und dann
auch noch darauf stolz sind und sagen, pass mal auf, Arno, werde jetzt hier
nicht intellektuell, dann kriege ich einen Hals, weil so wissensfeindlich rüberzukommen,
also so eine strunzdumme Gesellschaft zu entwickeln, da habe ich absolut was gegen.
Und da werde ich, also ich weiß ja auch nicht alles, um Himmels Willen.
Ich bin ja der Letzte, der sagt, der wüsste alles. Aber wenn man mal Sachen
diskutiert und erklärt und dann kommt einer daher und sagt, geh mir weg mit
dem intellektuellen Bullshit,
dann gehen bei mir alle Flaggen hoch, weil da weiß ich genau,
oh wow, okay, da musst du jetzt echt aufpassen bei so Leuten.
Ich habe manchmal das Gefühl in meinen dunklen Stunden, die ja auch bei mir
mal kommen, dass diese Art Mensch im Moment ein bisschen zunimmt,
dass die Bereitschaft für Dialog verschwindet, dass wir nur noch binäres Denken
haben, dass wir nur noch schwarz oder weiß für oder gegen mich haben.
Und das ist eine blöde Entwicklung, das brauchen wir alle nicht.
Im Gegenteil, wir brauchen eigentlich jetzt genau, wenn wir so,
du hast irgendwie von Obst gesprochen aus Amerika, wenn wir also sowas haben,
gerade dann braucht man eben stärkeres Zusammenrücken und einander Verstehen
und mehr Spiegelneuronen.
Und da muss man genau eigentlich das Gegenteil von dem machen,
weil es gibt ja ganze Bücher darüber, dass gezeigt wird, dass ein Miteinander
immer wertschöpfender ist und erfolgreicher ist, als ein Alleine geht's nach vorne denken.
Das ist nie, das ist nicht nur esoterisches Gelaber, sondern das ist nie der bessere Weg alleine.
Also man kann zum Beispiel auch wunderbar in einer Gemeinschaft brainstormen
und Sachen entwickeln und Gedanken entwickeln und dann von mir aus alleine später
dann den Sack zumachen als Redaktionsschluss und sagen so, das machen wir jetzt.
Das ist völlig okay, weil dann übernimmt die eine Person die Verantwortung für alle.
Das ist auch okay. Aber von vornherein zu sagen, ich bin der Arno und ich sage
euch jetzt, wo hier die Flamme brennt und wo es jetzt lang geht,
halte ich für total Banane. Würde ich nicht gerne machen.
Aber das sind halt Sachen, da fühlen sich viele mittlerweile berufen,
dass sie die Weißheit mit Löffeln gefressen haben.
Und wenn das halt in so eine Richtung geht, die eben auch andere Menschen betrifft
und zum Beispiel andere Lebensläufe betrifft, die Menschen betrifft,
die jetzt gerade jung sind und groß werden in so einer Welt,
na klar, als Elternteil schwillt mir da natürlich der Kamm.
Da bin ich natürlich, und ja, dann sage ich auch einem Kind,
hör mal, nur weil die das sagen, musst du das nicht so machen.
Denk mal selber nach, überleg mal, was du da machst. Wieso sagst du das so und so und nicht so?
Und was heißt denn das und das Wort eigentlich? Hast du mal darüber nachgedacht,
was das bedeutet? Also ich bin ein sehr anstrengender Mensch manchmal für viele,
weil ich halt dann dauernd dreifach und vierfach Sachen hinterfrage und denke
mir darüber nach, was hat das für eine Bedeutung.
Und komischerweise, mir gegenüber sagt man da nie so, ja stimmt eigentlich,
das wäre ja blöd, da verliert man ja sein Gesicht.
Aber irgendwann viel, viel, viel später, wenn ich es schon lange vergessen habe
in meinem schnell wechselnden Kopf, kommt jemand auf mich zurück und sagt,
Arno, damals hast du mir was gesagt.
Das hat total in mir, wie sagen die, gebrannt. Das hat geschwählt.
Das war so ein Schwellbrand.
Und ich habe den Gedanken nicht mehr rausgekriegt. Und ich habe darüber nachgedacht
und ich bin jetzt mit einem Ergebnis rausgekommen, das war eigentlich gar nicht so verkehrt.
Und hör mal zu, hast du mal Interesse? Dann höre ich natürlich zu.
Und das sind dann sehr spannende Geschichten.
Also sei es jetzt eine Geschichte über den Rucksack zum Beispiel.
Oder ich habe mal irgendwann gesagt, das ist übrigens Copyright meine Mami,
die hat gesagt, aus der Grundschule, die hat immer gesagt, Bildung,
das ist eine Frage, wie man ein Buffet anrichtet.
Also kein Mensch lernt gleich und Menschen muss man als Lehrkraft,
muss man Menschen ein Buffet anrichten mit verschiedenen Arten,
wie sie ihr Wissen aufnehmen.
Die einen so, die anderen so, die einen essen lieber Gemüse,
die anderen lieber Obst oder die anderen lieber Nachtisch oder Fleisch.
Aber es ist alles Essen und Essen ist das Wissen. Und das fand ich so ein schönes
Bild, dass ich das öfters auch mal bei Vorträgen verwendet habe.
Und da kam tatsächlich jemand dann irgendwann später mal auf mich zu und meinte,
es war so ein tolles Bild mit diesem Buffet und so.
Da habe ich natürlich meiner Mutter wieder Credits gegeben. Ich finde es unfair, das zu klauen.
Aber recht hat sie, meine liebe Mami, weil das ist halt genau das. Das ist ein Buffet. Und
Da stoße ich gerne was an. Die dunkle Seite von uns Menschen ist nachvollziehbar,
weil wir nun mal nicht nur immer lustig und toll sind und Vorzeigemenschen,
also jeder, du und ich auch, wir haben alle unsere dunklen Flecken und Leichen
im Keller, ist keine Frage.
Ich versuche aber meistens, wenn ich sowas habe, anderen Menschen,
wie soll ich das sagen, nicht das drauf zu drücken.
Also nur weil ich jetzt vielleicht manchmal eine etwas sarkastische oder zynische
Art habe, Sachen zu sehen, muss ich das anderen nicht auf die Nase drücken.
Aber für mich ist dann ein Ventil, keine Ahnung, Texte zu schreiben oder Musik zu machen darüber.
Oder so eine Radiosendung zu machen wie vor ein paar Tagen.
Mit extrem krassen Moderatoren, die genau das, was ich so manchmal fühle, zum Ausdruck bringen.
Weil ich dann halt nicht Leuten auf die Nase binden muss als Arno,
sondern das wird dann halt umgewandelt irgendwie.
Das wird so durch so einen Steam-Kocher, das wird so einmal eingekocht, das Ganze.
Und dann wird das gegart irgendwie rausgelassen. Dann tut das nicht mehr so
weh irgendwie, weil man ein bisschen drüber lachen kann.
Also es ist ein bisschen anders dann. Eine wunderschöne Anekdote.
Ich muss auch sagen, jetzt wo du das gerade erzählt hast, ist mir wieder eine
alte Geschichte eingefallen, wo ich noch bei der ART gearbeitet habe,
wo du das mit dem Kölner hattest.
Ich hatte damals einen Einsatz für die BR-Sendung Jetzt dreht ihr.
Und weil wir aufgrund vieler Sendungen gleichzeitig hatten, hatten wir keinen
Rüst und keinen Ü-Wagen mehr.
Also die Produktionssachen, die man praktisch braucht, um eine Live-Sendung
zu machen. Und dann haben wir Unterstützung von den Kollegen vom WDR bekommen.
Und da habe ich auch gemerkt.
Bayer, ein völliger Unterschied zum Rheinländer. Und ich hatte da eine Geschichte
erlebt, die, wäre ich damals Tourist gewesen und diese Person wäre in Köln auf
mich zugekommen, ich hätte es geglaubt.
Der WDR-Kollege hat uns in einer völligen Inbrunst und voller Stolz erzählt.
Wie er zu, wenn er in Köln unterwegs ist, zu den Touristen hingeht und erzählt,
wie das Alav ursprünglich zustande gekommen ist.
Er hat erzählt, das ist eine reine Lügengeschichte, aber er wollte unbedingt,
wollte einfach dieses Ding bei den Leuten unterbringen und ich muss dir sagen,
auch so wie er es erzählt hätte,
ich hätte es auch genau, hätte ich den damals in Köln irgendwo da getroffen
und der wäre auf mich zukommen und hätte ihm es erzählt, ich hätte ihm es eins zu eins abgekauft.
Das trifft es so unglaublich gut. Da hast du vollkommen Recht.
Und es war jetzt wahnsinnig spannend, auch was du erzählt hast.
Und das hat in mir auch so ein paar Gedanken ausgelöst.
Und ich glaube, das wird jetzt so ein ganz, ganz wichtiges Thema,
wenn du jetzt hatten wir ja einfach mal unsere Diskussionen zum Thema Innovation
beziehungsweise ich habe dir heute auch sehr viele Fragen gestellt,
auch weil ich unbedingt mal deine Sicht wissen wollte.
Und du hast ja ein Kind.
Wenn du jungen Menschen aus deiner jetzigen Sicht einen Rat geben müsstest.
Worauf sollten sie sich vorbereiten, fachlich und vor allem menschlich?
Hm.
Ja, cool, die Geschichte mit dem Rheinländer. Das trifft es ja voll.
Wollte ich nochmal kommentieren. Sehr, sehr cool.
Ja, das kann ich auch, glaube ich, total abnehmen, dass es solche Leute auch
gibt, die durch Köln auch laufen.
Also es gibt tatsächlich so Originale da, wie wahrscheinlich in jeder Stadt,
aber da sind die Rheinländer manchmal ganz gut drin.
Ja, dieser Tipp für... Es ist lustig, dass du es sagst, weil ich habe vor kurzem
erst auf LinkedIn eine E-Mail bekommen von meinem eigenen Ich in 30 Jahren.
Und das hat mir ein bisschen geschrieben, worauf ich so achten sollte und was
ich gut und was ich nicht so gut mache gerade.
Und natürlich habe ich das teilweise mit KI geschrieben, das ganze Ding,
aber übrigens sehr spannende Genese, wie dieser Text zustande gekommen ist,
können wir anders mal besprechen, sehr cool.
Aber ich glaube, also wenn ich jetzt so die Jugend, die Jugend von heute,
sagt man ja, ich bin ja über 50, ich darf das jetzt sagen, die Jugend von heute,
auch wenn ich mich nicht so fühle.
Ein alter weißer Mann sozusagen.
Ja, tatsächlich, ich bin ja ein echter alter weißer Mann, wie lustig.
Aber ich glaube, also was ich damals vielleicht nicht so richtig gemacht habe,
das würde ich jedem nur empfehlen.
Ich habe viel zu viel auf andere gehört, was meine eigene Entwicklung in die
Zukunft mit Beruf und so angeht.
Ich wollte, also mein Traum war, da magst du vielleicht ein bisschen mit Empathie
entwickeln, ich wollte eigentlich so Dokumentarfilmer und fürs Radio Dokumentationen machen.
Ich war ein ganz großer Fan von Radio und Fernsehen. Ich fand Dieter Kronzucker,
Bilder aus Amerika, das war für mich so ein Riesending. Ich fand das als Kind total irre.
Naturdokumentation mit Chimek damals und so. Also solche Sachen, großartiges Kino.
Hat uns, glaube ich, auch schon mal darüber unterhalten. Auch diese Arbeit,
die da drinnen steckt, die habe ich immer sofort gesehen bei sowas auch als
Kind, weil ich mir dachte, boah, wie können die denn so schnell die Sonne und
den Mond wechseln lassen? Die
müssen ja mit der Kamera die ganze Zeit da gewartet haben, so als Kind.
Und dann überlegt mal, wie aufwendig Dokumentationen sind. Mittlerweile über
Jahrzehnte werden Sachen dokumentiert und dann in 90 Minuten als Film rausgebracht.
Großartiges Ding. Und mein Traum war tatsächlich früher Dokumentationen zu machen.
Und dann habe ich mich halt so ein bisschen bereden lassen. Ja,
dann musst du auf eine Journalistenschule.
Du musst dies, du musst das, du musst das, du musst erst mal da drin einen Schein
machen, da einen Abschluss und du musst Abi haben, du musst auf die Uni gehen,
einen akademischen Grad kriegen, sonst glaubt ihr, kannst nicht zuhören.
All so ein Quatsch. Ich glaube, ich hätte eigentlich nach dem Abi,
also Abi wollte ich auf jeden Fall machen, aber ich hätte wahrscheinlich nach
dem Abi genauso gut wie heute so ein duales Studium machen können oder an die FH oder so gehen können.
Ich glaube, Uni Bonn wäre gar nicht nötig gewesen. Also sowas.
Ich habe das zwar gemacht und ich war jetzt auch nicht total schlecht,
Aber ich war auch nicht der super Summa Cum Laude Typ.
Ich habe zwei Semester Jura studiert. Das war so naja, eher nicht.
Und habe dann aber im Englischen Seminar Regionalwissenschaften Nordamerika
studiert, was mir super Spaß gemacht hat.
Literatur drin, Sprachwissenschaften, interdisziplinäre Kurse, total cool.
Aber dann wieder in den Beruf zu steigen, wieder mit völlig falschen Bildern.
Und ich kann, und das geht jetzt eben in die Richtung, was rate ich,
ich kann jedem nur raten, jeder nur raten, hört wirklich auf eure eigene Stimme.
Und das ist so, das hört sich immer so banal an und so oberflächlich, ist es aber gar nicht.
Weil die eigene Stimme überhaupt erstmal zu entdecken zwischen dem ganzen Getöse
und Krach, zwischen Handy und Eltern, die einem dazwischen reden,
die es ja alle nur gut meinen, und dann die Freunde und Freundinnen,
die einen komisch angucken und ein Zeitei geben, wenn man irgendwie mal völlig
bescheuerte Sachen sich überlegt für seine Zukunft,
Ein Freund von mir aus der Schule wollte, ab Anfang an wollte der Manager,
der wollte BMW-Manager werden und später BMW-CEO.
Das war immer sein Weg, das wollte er immer machen.
Hat er nicht ganz geschafft, aber ist trotzdem wahnsinnig weit gekommen.
Der hat auf den Mars gezielt und ist auf den Mond gelandet, richtig cooler Typ.
Ein anderer war immer schon Amerika-Fan. Eltern waren aus dem Iran,
waren in Deutschland zur Schule, waren Klassenkameraden von mir und sagte,
ich will immer nach Amerika.
Der war so groß wie ich und wer jeder, der mich kennt, weiß,
ich bin nicht sonderlich groß, wollte aber Basketballstar werden.
Klar wurde das nichts, aber nach Amerika ist er gekommen.
Der war in Harvard, der hat das studiert und, und, und. Der hat richtig für
sich seinen Weg gefunden, weil er auf seine Stimme gehört hat.
Er hat mir mal erzählt in einem Podcast, dass das ungefähr kam,
als er dann in der Oberstufe war, wo er sich entdeckt hat.
Und das kann ich jedem und jeder nur raten, hört auf eure Stimme und nicht die
Stimme, die die faulste ist, sondern die die anstrengendste ist,
die euch ein Ziel vor Augen setzt, das ihr doch so gerne hättet,
aber es ist doch so verdammt anstrengend dahin zu kommen.
Ja, genau, aber genau das ist es ja wert.
Und dieses Ziel zu verfolgen, und ihr müsst das übrigens nicht morgen direkt
erreichen, aber ich sage euch eins, wer mal Inception gesehen hat, der weiß das.
Das ist ein Gedanke, der eingepflanzt ist, der wuchert.
Und den kriegst du nicht mehr aus dem Kopf, wenn du den einmal drin hast.
Es ist lustig, dass ich heute was mit Innovationen und Computern mache,
weil das war schon immer mein Ding.
Seit ich sieben bin, hatte ich einen Rechner. Und ich habe immer schon mit Computern was gemacht.
Aber immer so anders und immer irgendwie komisch. Und immer habe ich gefragt,
was kommt als nächstes und was ist da da und was wäre denn, wenn man den Computer
so und so gestalten würde und und und.
Ich habe immer schon gefragt, was wäre. Und komischerweise ist dieser Kern nie
weggegangen. Und das ist die innere Stimme.
Und der muss man Raum geben. Die darf man nicht ignorieren, die darf man nicht
verschmähen oder ihr sagen, du hast kein Recht hier zu existieren.
Denn wenn man sie sich entfalten lässt, wird man glücklicher,
erfolgreicher und für sich zufriedener.
Und das Letzte, was wir brauchen, ist in dieser Welt noch mehr unzufriedene
Menschen, sondern Menschen, die ihren nicht Hobbys oder Leidenschaften nachgehen,
sondern ihrer Bestimmung nachgehen.
Wo sie sagen, hier bin ich richtig, hier fühle ich mich zu Hause,
egal ob ich in Norwegen, Deutschland oder in den USA sitze oder in Kanada, völlig egal.
Jetzt fühle ich mich zu Hause und da bin ich angekommen.
Das, was ich mache, mache ich gut und ja, ich weiß auch, in dem und dem Bereich bin ich nicht gut.
Das gehört auch dazu, dass man sich eingesteht, zum Beispiel,
ich bin kein toller Jurist, hätte ich nie werden können.
Ich wollte mal Jura studieren, ich fand das toll, aber Bullshit,
ich bin einfach kein guter Jurist, das weiß ich heute.
Ich kann vielleicht viel reden, aber ich bin deswegen kein guter Jurist.
Und das sind Dinge, die ich dieser Generation oder der neuen Generation wünsche,
dass sie ihre Stimme finden.
Und Leute, und das gilt jetzt auch, deswegen heißt es nicht,
dass ihr machen dürft, was ihr wollt. Ihr müsst zur Schule, ihr müsst an die
Uni, damit ihr überhaupt erstmal das Buffet mit Nahrung füllt,
von dem ihr dann nehmt und eure Bestimmung findet.
Ihr müsst erstmal wissen, was überhaupt da ist, damit ihr euch entscheiden könnt,
das will ich haben und das will ich nicht haben.
Also ja, der Weg ist nicht der bequemste, um seine Stimme zu finden,
sondern der anstrengendste, aber der wertvollste und der wertigste.
Später, wenn dann irgendwann mal die Erkenntnis kommt, guck mal,
ich kann damit ja sogar Geld verdienen.
Wie schön ist das denn? Ich mache was, was ich gerne mache. und wo meine Leidenschaft
ist oder wo meine Bestimmung zu finden ist und ich habe gekommen dafür vielleicht
auch nochmal 3,50 Euro, das ist doch toll.
Okay, das mache ich jetzt erstmal eine Weile, bis meine Bestimmung sagt,
na, ich glaube, es ist doch was anderes. Und dann geht der ganze Zirkus wieder von vorne los.
Das ist eine wunderschöne Zusammenfassung.
Ich halte jetzt mal für uns fest, das sind, glaube ich, auch die Kerngedanken.
Zum einen, Innovation scheitert eigentlich selten an den Ideen,
sondern mehr immer, fast immer an unserer eigenen Haltung.
Und die Zukunft, egal ob wir sie jetzt leben oder ja auch in gewisser Weise
hervorgegeben wird, sie entsteht aus unseren Entscheidungen, die wir heute treffen.
Und das Durchhalten, das ist wahrscheinlich das Wichtigste an der ganzen Sache,
weil es ist einfach kein Sprint nach vorne, sondern eher die Frage,
wie wir auf diesem Weg bleiben wollen.
Und ich glaube, das ist auch jetzt ein guter Moment, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.
Wir haben jetzt ja sehr viel über Innovation gesprochen und ich würde mich gern
beim nächsten Mal mit dir über was ganz, ganz Wichtiges unterhalten,
nämlich, du hattest es ja vorhin erwähnt, Es gibt ja wahnsinnig viele,
ich nenne es mal Schwarzdenker, die ja immer so das Negative sehen.
Ich möchte gerne mal mit dir mich beim nächsten Mal über das Thema Innovation
und vor allem Innovation in Deutschland unterhalten, weil wir haben sehr viele coole Dinge,
die ja gerade so passieren, aber irgendwie null so richtig ankommen.
Und klar, auch gerade durch die Weltpolitik und die Orange, die wieder durchdreht etc.
Etc., das hinterlässt schon Spuren und wir vergessen, glaube ich,
gerade auch so den Blick auf das Wesentliche und das Gute, was ja gerade um uns passiert.
Und ich würde gerne diesen Schritt mit dir gehen für unser nächstes Gespräch,
dass wir mal da reingucken.
Ich glaube, nicht ich glaube, ich bin der festen Überzeugung,
dass wenn wir darüber reden,
auch vielleicht der eine oder andere positive Spirit ja in dem einen oder anderen
von uns geweckt wird und wir damit was Gutes bewirken können.
Bin ich inzwischen auch der festen Überzeugung.
Und da war jetzt noch meine Frage, wie findest du das? Wärst du da dabei?
Also im Sinne von schlechte Laune not found, 404, ne? Könnten wir ja dann machen.
Ich würde sagen, das klingt doch gut, oder?
Oder schlechter Spirit not found, 404, 404 no Spirit.
Das können wir doch mal gucken. Finde ich eine coole Idee. Und wir können dann
übrigens auch da mal in das Thema, weil da geht es ja dann auch darum,
wie nehme ich die Schwarzdenker trotzdem mit?
Da muss ich sagen, da bist du ja jemand, der auch viel Führungserfahrung hat
und mit Menschen ständig auch kommuniziert.
Und vielleicht könnten wir da auch neben dem Thema Innovation auch mal anfangen,
mal ein bisschen in deine Richtung mal zu schauen.
Max, was es da so gibt im Kontext, wie führe ich denn Menschen,
die vielleicht Schwierigkeiten mit dem haben, was gerade um sie herum passiert?
Wie nehme ich die mit? Wie halte ich die an der Hand?
Oder wie zeige ich ihnen den richtigen Weg oder die Tür? Würde mich mal interessieren.
Dann haben wir schon Potenzial für zwei weitere Folgen, weil.
Allein das Thema
Führung und wie man Menschen führt, da würde ich gerne noch ein extra Ding draus
machen. Aber wunderbar.
Ich freue mich total auf unsere nächste Session und ansonsten sage ich erstmal
Danke in die Runde und danke euch fürs Zuhören und bis bald bei der nächsten 404. Danke euch.
Arno Selhorst
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Maximilian Göß
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